Die Blutentnahme in der Tiermedizin

Blutentnahme HundBlutennahmen sind in der Tiermedizin für die Vorsorge von Krankheiten, als Hilfe zur Diagnose und zur Kontrolle von Krankheitsverläufen vonnöten. Blutbilder geben Aufschluss über die Beschaffenheit des Blutes, den Befall des Blutes mit Blutparasiten oder Keimen und die Werte überlebenswichtiger Organe wie Leber oder Nieren. Generell ist es üblich, eine Blutentnahme vor jeder Narkose, bei Tieren aus dem Ausland, im Verdachtsfall und bei älteren Tieren 1x im Jahr zur Vorsorge durchzuführen. In der Tiermedizin wird eine Blutentnahme etwas anders als in der Humanmedizin durchgeführt.

Schritt 1 bei der Blutentnahme am Hund zum Beispiel ist das Scheren der Haare in der unteren Hälfte der Vordergliedmaße, da dort die Gefäße recht dicht unter der Haut liegen. Nach dem Scheren mit einer Schermaschine wird für die Blutstauung ein Stauschlauch oberhalb des Ellenbogens angelegt. Stauschläuche sind 1-2 cm breite Gummibänder mit Kunststoffverschluss, der einhändig geeöffnet werden kann, wenn die Blutentnahme beendet ist. Nach Anlage des Stauschlauches wird die Haut des Hundes mit einem Hautantiseptikum, zB mit Kodan®, besprüht und um die aufgedruckte Einwirkzeit ziehen gelassen.

Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit wird die Vene mit einer sterilen Einmalkanüle in Richtung des Facettenschliffs punktiert und ein Blutentnahmeröhrchen, dessen Kolben zuvor abgebrochen wurde, untergehalten. In der Tiermedizin arbeitet man nur selten mit Blutröhrchen, die per Unterdruck befüllt werden, da gerade bei kleinen Tieren die Gefahr des Venenkollaps besteht. So wird das Blutröhrchen also einfach unter die Einmalkanüle gehalten und das Blut Tropfen für Tropfen aufgefangen.

StauschlauchNach ausreichender Befüllung des Blutröhrchens, wird dies erst (!) verschlossen und 2-3x langsam geschwenkt, um die Gerinnungshemmer oder die Trennhilfekügelchen mit dem Vollblut zu mischen. Erst dann wird der Stauschlauch geöffnet und die Einwegkanüle bei sofort folgendem Druck auf die Punktionsstelle herausgezogen. Ein Druck auf die in der Vene liegende Kanüle ist aufgrund der Verletzungsgefahr und möglicher Schmerzen des Tieres zu vermeiden. Nach wenigen Sekunden Druck auf die Punktionsstelle mit einem Tupfer tritt die Blutstillung ein und die Blutentnahme ist abgeschlossen.

Eine sorgfältige Entsorgung gefährlicher Utensilien, wie der Kanülen in den Kanülensammler, und die Desinfektion des Behandlungstisches ist nicht zu vergessen.

Die Blutentnahme bei kleinen Tieren gestaltet sich etwas schwieriger – so wird bei Vögeln oder kleinen Nagern oft eine Kralle zu weit gestutzt und das austretende Blut verwendet.  Bei Nagern wie Kaninchen oder Meerschweinchen wird meist die Ohrvene punktiert, da eine Entnahme dort am erfolgversprechensten ist.

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